Serbische Pflegekräfte zu Besuch in Essen

Essen, 03.04.2019

Serbische Pflegekräfte zu Besuch in Essen

Der Mangel an Pflegekräften im Ruhrgebiet führte die Geschäftsführer der Nikolaus Groß GmbH und der Katholischen Pflegehilfe aus Essen nach Serbien, um dort Mitarbeitende für sich gewinnen zu können. In einem einwöchigen Praktikum sollten sich die Interessierten nun unter Beweis stellen und zeigen, wer das Zeug zur qualifizierten Pflegefachkraft in Deutschland hat.

Der Fachkräftemangel in der Pflege in Deutschland ist erheblich. Zahlen der Bundesregierung besagen, dass in der Branche mindestens 36.000 Pflegefachkräfte fehlen. In der Altenpflege werden 15.000 ausgebildete Altenpflegerinnen und -pfleger sowie 8.500 Pflegehelferinnen und -helfer gesucht. Dies zeigt auch die Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

Auch an den stationären Einrichtungen der Nikolaus Groß GmbH und dem ambulanten Pflegedienst und dem Seniorenzentrum St. Martin der Katholischen Pflegehilfe geht der Fachkräftemangel nicht so spurlos vorbei. Gemeinsam bilden die Nikolaus Groß GmbH, die Katholische Pflegehilfe, die Mesanus GmbH und die Katholischen Alten- und Pflegeheime Essen mGmbH einen Unternehmensverbund und somit einen der größten Anbieter im Bereich der Altenhilfe in Essen. „Wir sind stolz auf unsere gemeinsamen Projekte und unsere Reichweite, die wir in und um Essen erzielen“, so Markus Kampling, Geschäftsführer der Katholischen Pflegehilfe. „Gemeinsam haben wir uns mit der Vispero GmbH auf die Suche nach qualifiziertem Pflegepersonal aus Serbien gemacht. Wir freuen uns, die sieben Pflegekräfte, die wir in Serbien „gecastet“ haben zu einem einwöchigen Praktikum nach Essen einladen zu dürfen und nun herzlich willkommen zu heißen.“

Aufgeregt und voller Hoffnung kamen die sieben serbischen Pflegekräfte in Essen an. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, einer Stärkung und erstem Kennenlernen gingen sie mit den Einrichtungsleitungen der Häuser mit, in denen sie nun die nächsten sieben Tage hospitieren und auf Herz und Nieren geprüft werden.

Voller Nervosität machten sich Milos Zlatkovic und Mladen Sekulic auf den Weg zu ihrem ersten Arbeitstag in das Albert Schmidt Haus und Haus St. Maria Immaculata der Nikolaus Groß GmbH. Von dieser Probearbeitswoche hängt so viel ab. In ihrem Herkunftsland finden qualifizierte Fachkräfte oft keine Arbeit. Zu wenig Jobs gibt es in Ländern außerhalb der Europäischen Union für Fachkräfte aus der Pflege. So träumen auch Milos Zlatkovic und Mladen Sekulic von einer beruflichen Zukunft in Deutschland. Dass sie sich nun unter Beweis stellen müssen macht den 28-Jährigen Mladen Sekulic nervös, obwohl er sein Talent zu 100% zeigen möchte. Mit dem Abschluss der Mittelmedizinischen Schule in Serbien und absolvierten Praktika als Krankenpfleger hat er bereits zahlreiche Erfahrungen im Bereich der Pflege sammeln können. Dennoch gibt es einige pflegerische Unterschiede in den deutschen Einrichtungen im Gegensatz zu denen, die in Serbien herrschen.

Tina Topolko, Einrichtungsleitung des Albert Schmidt Hauses der Nikolaus Groß GmbH, empfing Mladen Sekulic herzlich in ihrer Einrichtung und führte ihn an seinem ersten Praktikumstag durchs Haus.

Auch Milos Zlatkovic wurde mit offenen Armen im Haus St. Maria Immaculata der Nikolaus Groß GmbH von Izabela Gierlata, Einrichtungsleitung des Hauses empfangen.  

In dieser Praktikumswoche wird besonders darauf geachtet, wie die serbischen Pflegekräfte mit der Arbeitsweise und den Vorgaben in der Pflege hier in Deutschland umgehen, wie sie mögliche Sprachbarrieren meistern und sich integrieren können.

Nach einer erfolgreichen Praktikumswoche strebt der Unternehmensverbund natürlich die Übernahme der serbischen Pflegekräfte an. Doch der Weg bis zur Unterschrift eines Arbeitsvertrages wird nicht einfach werden. Zahlreiche Anträge warten auf die Pflegekräfte, die vor einer Einreise nach Deutschland beantragt werden müssen. „Sowohl die Antragstellung eines Visums, als auch der Antrag auf Feststellung der Gleichwertigkeit der Berufsausbildung kann in NRW eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen“, berichtet Georg Gal, Geschäftsführer der Nikolaus Groß GmbH nach einem Gespräch mit der Vispero GmbH.