“Nikolaus Groß Stiftung Essen“ gegründet

Unter dem Dach der Stiftung werden sechs Einrichtungen geführt, die bisher zur Nikolaus Groß Altenwohn- und Pflegeheime GmbH (NG GmbH) und zur Kath. Alten- und Pflegeheime Essen mGmbH (KAuPE) gehörten.

Mit der Gründung der „Nikolaus Groß Stiftung Essen“ (NGSE) ist ein neuer starker Anbieter im Bereich der Alten- und Pflegeheime entstanden, der in den nordwestlichen Stadtteilen rund 700 ältere Menschen betreut und versorgt. Zur Stiftung gehören sechs Einrichtungen, die sich ursprünglich in Trägerschaft von Kirchengemeinden befanden. „Mit der Stiftung und durch Zusammenfassung zweier Gesellschaften unterhalb dieser haben wir zukunftsfähige Strukturen geschaffen. Dadurch wird eine qualitativ hochwertige Versorgung sichergestellt. Darüber hinaus wird eine Weiterentwicklung des neuen Gesamtunternehmens ermöglicht“, erklärt Stiftungsvorstand Georg Gal die Beweggründe für das Unterfangen.

Die Nikolaus Groß Altenwohn- und Pflegeheime GmbH (NG GmbH) und die Kath. Alten- und Pflegeheime Essen mGmbH (KAuPE) arbeiten seit vier Jahren in Form einer Geschäftsbesorgung zusammen. Nun stellte sich die Frage, wie die Sicherstellung der Versorgung und der Seelsorge langfristig gewährleistet werden könne. Die Idee einer rechtlich eigenständigen Stiftung kirchlichen Rechts stellte sich nach Abwägung unterschiedlicher Möglichkeiten als die beste Lösung dar. Beide Gesellschaften wurden unter die Trägerschaft dieser Stiftung gestellt. Dank der konstruktiven und guten Zusammenarbeit aller am Projekt beteiligten Gremien und Institutionen konnte das Vorhaben noch Ende 2019 umgesetzt werden. Am Prozess wirkten  die Vertreter der Kirchengemeinden und der beiden Gesellschaften, aber auch das Bistum Essen mit. »Wir freuen uns sehr, dass die Kirchengemeinden als Stifter nicht nur fortschrittlich gedacht, sondern gleichzeitig Zukunftsperspektiven für die sechs Einrichtungen geschaffen haben“, erklärt Gal.

Modern und auf der Höhe der Zeit

„Mit der neuen Stiftung ist nun ein Verbund entstanden, der mit einheitlicher Führung und Struktur Altenhilfe mit unterschiedlichen Schwerpunkten in sechs Stadtteilen anbietet: Die Häuser mit attraktiven, hellen Zimmern sind entweder komplett neu gebaut oder grundlegend renoviert. Sie erfüllen selbstverständlich alle gesetzlichen Vorgaben. Hinzu kommen weitere Vorteile, die durch die Schaffung einer eigenen Infrastruktur entstanden sind: Eine gemeinsame Essensversorgung und eine Energiegesellschaft bedeuten zusätzliche Synergieeffekte“, verdeutlicht Gal. Erhalten bleiben und weiterentwickelt werden hingegen unterschiedliche pflegerische Schwerpunkte in den einzelnen Häusern – etwa das Kneipp-Konzept in Haus St. Maria Immaculata, die geplante Zertifizierung nach Silviahemmet im Papst Leo Haus oder der Aufbau ambulanter Pflege im Quartier wie im Haus St. Anna.

Christliches Profil

„Es war uns ein besonderes Anliegen, das christliche Profil unserer Einrichtungen zu schärfen und insbesondere die Seelsorge-Arbeit mit den uns anvertrauten Menschen zu intensivieren“, merkt Heinrich Hüskes an, stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums. „Schließlich ist das ein Wesensmerkmal unserer Arbeit, das uns von anderen Einrichtungen unterscheidet.“ Die Gestellungsverträge mit mehreren Orden sind in der Zwischenzeit unterschrieben. Darunter sind die Franziskanerinnen aus Borbeck. „Wir freuen uns über diese Zusammenarbeit mit christlichem Hintergrund besonders“, betont Heinrich Hüskes den Anspruch der sechs Einrichtungen.

Daraus erklärt sich auch, dass sich die Stiftung den 1945 hingerichteten katholischen Widerstandskämpfer Nikolaus Groß als Namenspatron gewählt hat. „Der 2001 selig-gesprochene Märtyrer hat sich zu seiner Zeit nicht nur für seinen Glauben, sondern zudem für die Verteidigung gesellschaftlicher Werte eingesetzt. Insofern ist seine Person auch gerade heute Beispiel, Mahnung und Ermutigung zugleich für uns“, betont Thomas Groß, Enkelsohn von Nikolaus Groß. Er ist sehr erfreut über den Stiftungsnamen.

Herausforderungen begegnen / Arbeitsverträge bleiben erhalten

Den Herausforderungen im Bereich der Altenpflege kann die Stiftung aufgrund der Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit in einem größeren Verbund erfolgreicher begegnen. Auch die Attraktivität für gute Arbeits-/Fach- und Führungskräfte werde deutlich erhöht. Karrierechancen und Expertenwege sowie guten Verdienstmöglichkeiten können nun auch einrichtungsübergreifend angeboten werden. Durch die Gründung der Stiftung ändert sich für die Mitarbeiter der sechs Einrichtungen übrigens nichts: „Alle Arbeitsverträge, inklusive einer attraktiven Altersvorsorge, bleiben unverändert.“

Dank für erfolgreiche Kooperation

Alfons Donat, Vorsitzender des Aufsichtsrates, richtet einen besonderen Dank an die Kirchengemeinden, die ihre Einrichtungen nun an die Stiftung übergeben haben. „Durch die Weitsicht der Verantwortlichen ist es gelungen, eine langfristige Perspektive für alle sechs Häuser zu entwickeln. Die Einrichtungen sind für die Versorgung des Essener Nordwestens von grundlegender Bedeutung.“  Donat bedankt sich ausdrücklich auch bei der Katholischen Pflegehilfe e.V., die im Rahmen der Kooperation mit der Nikolaus Groß GmbH einen wesentlichen Beitrag zu einer erfolgreichen Geschäftsbesorgung für die KAuPE geleistet hat.

 Nikolaus Groß Stiftung Essen in Zahlen und Fakten

Zur Stiftung gehören: Papst Leo Haus (Frintrop), Bertha Krupp Haus (Bedingrade), St. Maria Immaculata (Borbeck), Albert Schmidt Haus (Vogelheim), Haus St. Monika (Altenessen) und Haus St. Anna (Altendorf).

Rund 700 Beschäftigte betreuen und versorgen etwa 700 Menschen in den nordwestlichen Essener Stadtteilen.

Die Stifter sind die Katholischen Kirchengemeinden St. Johann Baptist in Altenessen, St. Dionysius in Borbeck, St. Antonius in Frohnhausen und St. Josef in Frintrop. Die Organe der Stiftung bestehen aus Kuratorium, Aufsichtsrat und Stiftungsvorstand.

 

Text und Bilder: Hubert Röser, Quartiersmanager